Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Korbach

Die Deportationen in den Jahren 1941/1942

Im Frühjahr 1941 gab Hitler den Befehl zur Endlösung der Judenfrage", das heißt zur physischen Vernichtung der jüdischen Menschen. Die Deportationen begannen im September 1941. In diesem Monat wurden 14 Personen nach Wrexen in ein in der Papierfabrik Haupt eingerichtetes Sammellager gebracht, im Juli 1942 wurden 16 Juden nach Kassel deportiert. Die Abmeldung erfolgte zu den Adressen Wolfhager Str. 13, Große Rosenstr. 13 und Wartekuppe. Drei Personen wurden im Jahr 1942 als "nach unbekannt verzogen" abgemeldet.

Deportation jüdischer Bürger in den Jahren 1941/42

1941 nach Wrexen

 1. Katz, Siegfried  

 2. Katz, Hedwig geb. Plaut
     zuletzt Lengefelder Str. 11

26.9.1941
nach Wrexen
 3. Kaufmann, Rudolf
 
 4. Kaufmann, Henni geb. Schartenberg 26.9.1941
nach Wrexen
 5. Kaufmann, Alfred
     alle zuletzt Kirchstr. 13
15.9.1941
nach Wrexen
 6. Löwenstern, Elias  
 7. Löwenenstern, Goldine
     geb. Goldschmidt
     beide zuletzt Kirchstr. 13
26 . 9.1941
nach Wrexen
 8 . Löwenstern, Hermine geb. Herwitz
      Kirchstr . 13
29.9 . 1941
nach Wrexen
 9 . Mosheim, Ludwig  
10. Mosheim, Feodare geb. Behrend
      beide zuletzt
      Prof .-Kümmell- Str. 13
26.9 . 1941
nach Wrexen
11 . Straus, Hermann  
12 . Straus, Jenni geb . Levi 14.9 . 1941
nach Wrexen
13. Weitzenkorn, Siegmund 24.9 . 1941
14 . Weitzenkorn, Toni
       geb. Freudenstein
       zuletzt Lengefelder Str. 11
nach Wrexen



1942 nach Kassel bzw. nach unbekannt abgemeldet

15. Lazarus, Louis
    Grabenstr. 3
5.7.1942
nach Kassel
16. Mannheimer, Erika
        Prof.-Kümmell-Str. 13
18. 11. 1941
nach Kassel
17. Goldwein, Moritz
18. Goldwein, Rosalia
        geb. Schnellenberg
        Kirchstr. 13
17.7.1942
nach Kassel
19. Hirsch, Emma geb. Katz
        Kirchstr. 13
31.5.1942
nach unbekannt
20. Katz, Johanna geb. Mosheim
21. Katz, Margarethe
        Kirchstr. 13
17.7.1942
nach Kassel
22. Lebensbaum, Bernhard
23. Lebensbaum, Therese geb. Lewin
24. Lebensbaum, Ruth
25. Lebensbaum, Gertraud
        alle Hagenstr. 12
13.7.1942
nach Kassel
26. Mosheim, Edmund
27. Mosheim, Hedwig geb. Gompertz
        zuletzt Kirchstr. 13
16.7.1942
nach Kassel
28. Mosheim, Julius
29. Mosheim, Jenny geb . Katz
        zuletzt Kirchstr. 13
16.7.1942
nach Kassel
30. Mosheim, Herjette
        zuletzt Kirchstr. 13
31.5.1942
nach unbekannt
abgemeldet
31. Schiff, Bertha geb. Hirsch
        zuletzt Grabenstr. 3
15.7.1942
nach Kassel
32. Schönthal, Johanna
        zuletzt Grabenstr . 3
31.5.1942
nach unbekannt
abgemeldet
33. Weitzenkorn, Marianne
        zuletzt Lengefelder Str. 11
14.7.1942
nach Kassel



Aus den Sammellagern wurden die Juden in die Vernichtungslager in den Osten gebracht. Von den 33 Deportierten wurden 26 in den Konzentrationslagern Theresienstadt, Oranienburg- Sachsenhausen, Majdanek- Lublin und Auschwitz getötet oder verstarben infolge Entbehrungen und Krankheiten in den Lagern oder auf dem Transport dorthin; sieben überlebten und kehrten nach Kriegsende nach Korbach zurück. Insgesamt fielen 42 Korbacher Juden dem Holocaust zum Opfer, ihre Namen sind auf dem Gedenkstein auf dem jüdischen Friedhof vermerkt.

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