11.

Feldheim, Moses, Kramhändler aus Berndorf (aus Nr. 10),
* 15.03.1803 in Berndorf,
+ 20.02.1865 in Berndorf.

°° 29.07.1852 Zipora (auch Barbara) Goldenberg
aus Höringhausen,
* 20.03.1821 in Höringhausen,
+ 18.12.1897 (T. v. Benedict Goldenberg u.
Rosa Schönstädt aus Höringhausen)

Kinder:

1. Helene (Lenchen)
* 22.01.1854 in Berndorf
oo 23.08.1885 in Berndorf mit Hirsch Schönstädt (siehe Nr. 140)

2. Rosa
* 15.07.1856 in Usseln
oo mit David Gottlieb (siehe Nr. 14)

3. Johanna Henriette
* 28.10.1858 in Berndorf
+ 06.07.1939 in Korbach
lebte unverheiratet in Korbach, Stechbahn 20, später
im Altenheim, Enser Str. 10

12.

Goldberg Abraham Albert , Kaufmann,
* 19.06.1901 in Melsungen,
+ 23.09.1942 im KZ Majdanek-Lublin
(s. de. Handelsmanns Salomon Goldberg u. Malchen Stern aus Melsungen).
wohnhaft in Korbach und Kassel
Deportationsziel: ab Kassel - Halle
01. Juni 1942, Izbica / Sobibor

oo 12.11.1932 in Affoldern mit Frieda Löwenstern (aus Nr. 77),
geboren am 30. Januar 1907 in Affoldern / Kreis der Eder / Waldeck
wohnhaft in Korbach, Affoldern und Kassel
Deportationsziel: ab Kassel - Halle
01. Juni 1942, Izbica / Sobibor
Todesdatum/-ort: 03. Juni 1942, Sobibor, Vernichtungslager
für tot erklärt

Kind:

Lothar * 03.11.1934 in Korbach
wohnhaft in Kassel
Deportationsziel: ab Kassel - Halle
Todesdatum/-ort: 03. Juni 1942, Sobibor, Vernichtungslager
für tot erklärt

Die Familie zog im April 1933 von Affoldern zu und wohnte hier im Elfringhäuser Weg 4. Albert Golberg eröffnete dort eine Kohlenhandlung. Die Familie verzog im Juli 1937 nach Kassel und wurde von dort 1942 nach Majdanek-Lublin deportiert.

13.

Goldwein, Moritz, jüd. Lehrer, * 16.02.1884 in Breuna, + verschollen im KZ Auschwitz,
für tot erklärt (S. d. Handelsmanns Marcus Goldwein
und Fanni Herzfeld aus Breuna).
geboren am 16. Februar 1884 in Breuna mit Rhöda / Wolfhagen / Hessen - Nassau
wohnhaft in Korbach
Deportationsziel: ab Kassel - Chemnitz
07. September 1942, Theresienstadt, Ghetto
09. Oktober 1944, Auschwitz, Vernichtungslager

oo 24.04.1914 in Volkmarsen mit Rosalia Schnellenberg,
* 07.07.1883 in Neheim, Krs. Arnsberg,
wohnhaft in Korbach
Deportationsziel: ab Kassel - Chemnitz
07. September 1942, Theresienstadt, Ghetto
09. Oktober 1944, Auschwitz, Vernichtungslager
(T. d. Metzgers Isaak Schnellenberg und Helene Schnellenberg
aus Neheim).

Kind:

Manfred Isaak * 19.04.1924 in Bochum

Die Familie Goldwein zog im April 1930 aus Wanne-Eickel zu und wohnte in der jüdischen Schule im Tempel 5. Moritz Goldwein war der letzte jüdische Lehrer der Korbacher Judengemeinde. Wohl wegen der immer stärker zunehmenden Judenverfolgung ließ er seinen Sohn im Februar 1938 nach Wilmington/Delaware, USA auswandern. Nach Zerstörung der Synagoge und Schule im November 1938, wohnten die Eheleute Goldwein vorübergehend in der Prof.–Kümmell-Str. 5 bei Weitzenkorn, dann in der Lengefelder Str. 11 bei Katz und zuletzt im Haus Kirchstr. 13 (Löwenstern). Von hier wurden sie im Juli 1942 nach Kassel und von dort in das KZ Auschwitz deportiert, wo sie verschollen sind.

Wohl in Voraussicht des kommenden Unheils legte der Lehrer Goldwein im Sommer 1938 ein Grabsteinverzeichnis des jüdischen Friedhofs an, das sich im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden befindet und von dem das Stadtarchiv eine Kopie besitzt.

Dr. Manfred Goldwein schildert in einem Brief vom 12.04.1989 unter anderem seinen Lebenslauf, der nachstehend auszugsweise wiedergegeben wird:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe diesen Brief in Englisch, weil mein Deutsch nicht mehr so flüssig ist. Ich bin im Besitz eines Briefes, den Sie an Leon Löwenstern gesandt haben, dessen Witwe mir eine Kopie desselben gegeben hat.

Nun zu mir selbst. Wie Sie wissen, verließ ich Korbach im Jahre 1938, zog dann nach Wilmington, Delaware, wo ich die High School besuchte und in 1942 der US Army beitrat. Ich diente in Nordafrika, Italien und Frankreich, und ich wurde auf mein Ersuchen hin von der Armee entlassen. Ich kam zurück nach Korbach und sprach damals mit dem Bürgermeister. Es war wenigstens teilweise auf meine Mühe zurückzuführen, daß das Denkmal auf dem Friedhof errichtet werden konnte. Nach dem Krieg besuchte ich die Universität von Delaware, und schließlich ging ich zur Universität von Vermont, wo ich meinen Titel als Doktor der Medizin erhalten habe.
Ich zog dann um nach Philadelphia, wo ich bis jetzt lebe. Ich bin verbunden mit der Universität Pennsylvania, wo ich Professor der Medizin bin. Ich praktiziere und lehre dort Hämatologie und Onkologie. Ich habe drei Kinder und fünf Enkelkinder.
Ungefähr im Jahre 1970 kam ich nach Korbach und sah das Denkmal für die Juden, die im 2. Weltkrieg starben. Ich weiß die große Pflege zu würdigen, die zur Instandhaltung des Denkmals aufgebracht wird. Ich weiß ebenfalls das Engagement der derzeitigen Bewohner von Korbach für die Juden zu schätzen, die glücklicherweise vor dem Holocaust ausgewandert sind.“

Der Sohn Joel W. Goldwein war im Frühjahr 1993 zu einem Kurzbesuch in Korbach. Leider kam es nicht zur Kontaktaufnahme mit dem Stadtarchiv. Joel W. Goldwein ist Dr. der Medizin und lebt in Merion, Pennsylvania (USA).

14.

Gottlieb, David, Handelsmann aus Berndorf,
* 20.02.1849 Neuhof b. Fulda,
+ 29.04.1927 in Berndorf (beigesetzt in Korbach).

oo mit Rosa Feldheim ( aus Nr. 11)
* 15.07.1856 in Usseln; nach dem Tod ihres Ehemannes verzog Frau Gottlieb nach Butzbach.

Kinder:

1. Adolf * 19.07.1887 in Niedermarsberg
+ gefallen 15.08.1916 in Frankreich
beerdigt auf dem Soldatenfriedhof in Pierrepont

2. Max * 01.12.1892 in Usseln
+ gefallen 15.12.1914 bei Natolin-Lodz/Polen

Frau Gottlieb betrieb einige Zeit unter der Bezeichnung „Gottlieb & Söhne" eine Schuh- und
Lederhandlung

15.

Gottschalk, Abraham, Handelsmann, Schutzjude, wird als Eigentümer des Hauses Stechbahn 14 erwähnt, dass vorher Leffmann Katz gehörte (siehe Nr. 23). Gottschalk hat vermutlich die Witwe Katz geheiratet

Aus dem Korbacher Häuserbuch geht folgendes hervor: Das Gottschalksche Wohnhaus wird im Waldeckischen Intelligenzblatt Nr. 14 vom 8. April 1794 mit folgender Anzeige zur Zwangsversteigerung angeboten:

„Mittwochs den 21ten May sollen nachstehende den Gottschalk Abrahamschen Eheleute dahier gehörige Mo- und Immobilien schuldenhalber im 20fl. Fuß gegen gleich baare Zahlung ans Meistgeboth öffentlich verkauft werden: Das auf der Stechebahn zwischen Herrn Amts- Assessoris Schumacher und weil. Accisreceptors Panns Erben Häusern stehendes Wohnhaus mit Zubehör“.

In den Jahren 1776, 1784/85 ist er mit Familie im „Seelenregister“ aufgeführt.

15 a

Haas, Hermann, Kaufmann, * 1853 in Höringhausen,
+ 24.06.1913 in Goddelsheim (S. v. Kopel Haas und Rosa Jakob aus Höringhausen)

oo mit Bertha Rapp,
* 15.05.1858 in Anröchte,
+ 05.04.1918 in Korbach (T. v. Pferdehändler Phillipp Rapp und Eva Stern)

Kinder:

1. Helene * 16.02.1890 in Goddelsheim
oo 15.06.1920 mit J. Nachmann aus Holzminden

2. Rosalia * 25.03.1898 in Goddelsheim

Frau Haas zog als Witwe mit ihren Töchtern im Januar 1914 von Golddelsheim zu und wohnte im Hause Prof.-Bier-Str. 5. Die Tochter Helene verzog nach der Eheschließung nach Holzminden, die Tochter Rosalia meldete sich im Oktober 1923 nach Frankfurt am Main ab.

15 b

Hahn, Rudolph Karl, Kaufmann * 12.06.1889 in Frankfurt a. Main (S. v. Kaufmann Fais genannt Ferdinand Hahn und Franziska Bertha Schloß,
Frankfurt a Main).

oo 13.09.1919 in Korbach mit Margarete Elisabethe
Luise Simson (evgl.)
* 06.07.1896 in Freiburg im Breisgau (T. v. Kaufmann Wilhelm Simson und Elisabeth Luise Peter (in 2. Ehe verheiratet mit Albert Pulvermacher, Berlin)

Kind:

Margot Liselotte * 25.11.1919 Frankfurt am Main

Die Braut ist die Enkeltochter von Kommerzienrat Louis Peter, dem Gründer der Korbacher Gummiindustrie, aus diesem Grund war die Eheschließung wohl in Korbach.
Die Familie lebte in Frankfurt am Main, und zwar zumindest bis Anfang 1939; über den weiteren Verbleib ist nichts bekannt. Die Mutter von Rudolf Hahn verstarb am 02.11.1942 im K.Z. Theresienstadt.

16.

Heilbrunn, Abraham Lehrer, * 22.10.1846 in Wichmannshausen/Eschwege,
+ 01.05.1928 in Korbach (S. v. Jakob Heilbrunn
und Rebekka Schlesinger).

oo 11.06.1878 in Korbach mit Johanna Markhoff,
* 14.02.1846 in Korbach,
+ 26.10.1926 in Korbach (aus Nr. 89).
Keine Kinder

17.

Heinemann, Emanuel, Handelsmann, Schutzjude

Der Schutzjude Heinemann ist 1777 als Eigentümer des Hauses Prof.-Bier-Str. 7 erwähnt, das neben dem Haus der Bäckerfamilie Wacker in dem späteren Garten stand und 1799 abbrannte. Am 7. Januar 1770 war er Mitunterzeichner des Organisationsstatuts der Korbacher Synagogengemeinde. Im Seelenregister 1774/1775 ist das Ehepaar mit Vater, 1 Knecht, 1 Magd erwähnt.

18.

Hirsch, Maximilian, Kaufmann aus Sachsenhausen, Kaufmann aus Sachsenhausen
* 23.09.1873 in Sachsenhausen,
+ 27.04.1934 in Sachsenhausen (S. v. Kaufmann Hirsch Hirsch und Nettchen Wintersberger aus Sachsenhausen)

oo 30.01.1907 in Korbach mit Emma Katz,
geboren am 02. Januar 1882 in Korbach / Kreis des Eisenberges / Waldeck
wohnhaft in Korbach, Kassel und Sachsenhausen
Deportationsziel: ab Kassel - Halle
01. Juni 1942, Izbica / Sobibor
Todesdatum/-ort: 03. Juni 1942, Sobibor, Vernichtungslager (aus Nr. 24)

Frau Hirsch zog im Juni 1937 von Sachsenhausen zu und wohnte bis Ende 1941 im elterlichen Haus Lengefelder Str. 11, dann in der Kirchstr. 13. Im Mai 1942 wurde sie deportiert.

Zu Nr. 18 Familie Hirsch/Katz

Das Ehepaar Hirsch hatte drei Kinder und zwar:

1. Bernhard * 17.03.1908 in Sachsenhausen

Bernhard wanderte 1937 nach Palästina aus. Aus der Ehe mit Lou Joachimstal gingen die Töchter Miriam * 15.05.1942
und Talma * 23.04.1946 hervor. Miriam ist mit Vivian Charuz verheiratet und hat einen Sohn namens Jäir. Talma ist mit Daniel Chajuss verheiratet und hat 4 Söhne, und zwar: Ron, Amir, Schai und Ori


2. Else * 08.04.1909 in Sachsenhausen

Else emigrierte 1934 nach Palästina. Aus ihrer Ehe mit Saly Herz ging die Tochter Michal
hervor , die mit Rabi Simantov verheiratet ist und mit ihm den Sohn Elia und die Tochter Adwa
hat. Frau Herz lebt derzeit in einem Altersheim in Rehovath/Israel.

3. Hildegard
emigrierte im August 1939 nach Schweden. Dort heiratete sie im Jahr 1942 Heinz Arndt mit dem
sie die Söhne Hans-Jakob, * 1944, und Michael-Dov, * 1955, hat. Frau Arndt lebt in Leverkusen.

19.

Samuel, genannt Hirschfeld, Siegmund Hirsch,

Kaufmann aus Iserlohn, * 23.01.1834 in Iserlohn (S. v. Kaufmann Hirsch Samuel und Caroline Lenneberg aus Iserlohn

oo 17.11.1880 in Korbach mit Jettchen Salberg,
* 24.01.1856 in Eimelrod (aus Nr. 124)
Die Familie lebte nicht in Korbach.

20.

Isenberg, Levi Kaufmann aus Volkmarsen,
* 12.05.1848 in Volkmarsen,
+ 1889 in Philadelphia USA ( S. v. Metzgermeister Meyer Isenberg + Elina Moses aus Volkmarsen)

oo 29.12. 1879 in Korbach mit Johanna Mosheim,
* 16.01.1879 in Korbach,
+ 1932 in Philadelphia (aus Nr. 102)
Kinder:

1. Siegfried * 24.11.1880 in Korbach
+ 1937 in Philadelphia
oo mit Annette Friedmann

2. Oskar * 07.12.1881 in Korbach
+ 1939 in Philadelphia

oo mit Flora Meyerhoff

3. Dagobert * 29.08.1883 in Korbach
+ 20.05.1952 in Philadelphia
oo mit Helen Unger

4. Gustav * 24.01.1885 in Korbach
+ 1907 in Philadelphia

5. Ludwig * 28.06.1889 in Korbach
+ 19.01.1976 in Philadelphia

Die Familie Isenberg wanderte im Jahr 1892 nach USA aus und ließ sich in Philadelphia nieder. Nachkommen sind noch in Philadelphia ansässig. Levi Isenberg war Teilhaber seines Schwagers Sally Mosheim (Eisenwarenhandlung); er hatte auch eine eigene Firma, die kurz vor der Auswanderung Konkurs ging

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