131.

Salomon, Simon, Handelsmann (Schutzjude). Der Schutzjude Simon Salomon wird erstmals im Seelenregister 1762 erwähnt, und zwar: „Jude Simon Salomon 1.Mann, 2 Weiber, 1 Beiwohner, 2 Töchter = 6 Personen („aus Frömden Landen eingezogene 2 Männer, 2 Weiber, 2 Ledige“) Zu dieser Zeit war nur die jüdische Familie Nathan (siehe Nr. 110) in Korbach ansässig, Im Jahr 1772 wurde die Familie mit 8 Männern, 4 Weibern (sind 3 Knechte davon und 1 Schutzjude) verzeichnet. Im Jahr 1782 sind 10 Mannsleute und 4 Weibsleute erwähnt. Ein Sohn der Familie war der Kaufmann und Hofjude Salomon Simon (siehe Nr. 132). Dieser und seine Nachkommen führten den Namen Simon als Familiennamen.:
Das Haus Violinenstr. 2 wurde 1762 von dem Kaufmann Salomon Simon erworben, es blieb im Besitz der Familie bis zum Jahre 1841. Im Zuge der Altstadtsanierung wurde es von dem Kaufmann Helmut Klinkert völlig saniert.


132.

Simon Salomon, Kaufmann und Hofjude (S. v. Simon Salomon und Heva…). Ehefrau geb. Wittgenstein.

Kinder:

1. Isaac nach der Taufe am 25.05.1808 Carl

2. Abraham nach der Taufe am 11.10.1812 Heinrich August Christian

3. Herz nach der Taufe am 28.11.1807 Heinrich Christian
+ Okt. 1811 als Dr. med. in Montjoi

4. Joseph nach der Taufe am 28.11.1814 Joseph Ludwig

Der 1762 mit Familie eingezogenen Schutzjude Simon Salomon erwarb im gleichen Jahr das Haus Violinenestr. 2, das der Familie bis zum Jahr 1841 gehörte.
1787 kaufte er auch das Haus Klosterstr. 9, das in der Folgezeit dem Schutzjuden Samuel Marcus (Markhoff) 1821 und danach Lazarus Löwernstern gehörte. Das Nachfolgehaus wurde von dem Metzgermeister Christian Will erbaut und blieb bis heute im Besitz er Familie Wille/Vogt. (Orgelbauer/Musikalienhandlung).

Im Waldeckischen Intelligenzblatt Nr. 29 vom 17. Junius 1798 wird die Versteigerung des Hauses Lengefelder Str. 2 wie folgt angekündigt:
„ Hochfürstliche Regierung hat zum besten Wail. Herrn Hof-Medicus und Doctor Kramers Kinder älterliches Wohnhaus zu Versilbern verfüget und mir den Auftrag zu desfalsig öffentlichen Versteigerung ertheilet. Da ich nun hierzu auf den 7ten August in gedachter Kramerschen Behausung angesetzt habe; so wird solches denen Kaufliebhabern nicht nur sondern auch zugleich bekannt gemacht, wie auf diese aus zwey etagen bestehendes mit 4 wohnbaren theils gemahlten theils Tapezierten Stuben, 6 Kammern, einer Küche, Speise-Cammer, Keller, und räumlichen Boden, auch Pferde-, Küh- und Schweine-Stallung versehendes Hauß, nebst dazugehörige besondere Scheure und im sogenannten Sack gelegenen Garten bereits 1430 Rthlr. im 20fl. Fuß gebothen sey. Corbach, den 19ten Julii 1798.
C.W.Waldeck“.

Das Haus wurde von dem Hofjuden Simon Salomon ersteigert, der es 1825 an den Gastwirt L. Brack veräußerte. Im Besitz der Familie Brack befindet sich das Grundstück noch heute. Die 4 Söhne des Hofjuden Salomon wurden in der Nikolaikirche getauft und schieden dadurch aus dem Judentum aus; ihr weiterer Lebensweg konnte nicht verfolgt werden. Nachkommen leben noch in USA.

In der statistischen Liste des Jahres 1826 ist eine Witwe Heva Simon, 80 Jahre alt, erwähnt. Dem Alter nach wird das die Witwe des 1762 eingezogenen Simon Salomon sein. Mit ihr ist ein lediger, 33 Jahre alter Sohn Wolrad erwähnt. Der Eintrag weist den Zusatz „besorgt der Mutter Geschäfte“ auf. Weitere Eintragungen sind in den folgenden Jahren nicht mehr vorhanden. Der Hofjude Salomon Simon war ein Schwager des Kaufmanns Wittgenstein (siehe Nr. 146) und bemühte sich im Jahre 1814, wie auch sein Schwager, vergeblich um den Erwerb des Korbacher Bürgerrechts.

133.

Sommer, Löb, Handelsmann aus Crainsfeld,
* 15.03.1866 in Crainsfeld (S. v. Viehhändler Nathan
Sommer und Hannchen Flörsheim).

oo 11.09.1894 in Korbach mit Betty Kohlhagen,
* 13.11.1872 in Höringhausen (aus Nr. 36)

Die Eheleute lebten nicht in Korbach.

134.

Schartenberg, Louis, Kaufmann, * 20.10.1870 in Zierenberg
+ 03.02.1921 in Korbach (S. v. Metzger Moses
Schartenberg und Sarah Israel aus Zierenberg).

oo Ehefrau Sophie Katz,
* 22.04.1865 in Helsen, (T. v. Kaufmann Michael Katz und Rica Heilbrunn).

Kinder:

1. Hildegard * 20.12.1896 in Arolsen
oo 20.12.1922 in Korbach Mit Sigmund Löwenstein (siehe Nr. 62)

2. Elly * 25.03.1898 in Arolsen
oo 21.12.1922 in Korbach Mit Gustav Löwenstein
(siehe Nr. 62)

3. Martha * 19.11.1900 in Korbach
oo 11.05.1925 in Korbach mit Max Nußbaum
(siehe Nr. 114)

Das Haus wurde 1899 von dem Kaufmann Louis Schartenberg erworben. Von der Tochter Martha Nußbaum wurde das Haus vor ihrer Auswanderung nach Argentinien im Jahr 1936 an den Kaufmann Alfred Völker veräußert. Das Vorgängerhaus (abgebrannt 1885) gehörte dem Schutzjuden Gottschalk.

Der Kaufmann Louis Schartenberg zog im April 1899 von Arolsen zu und erwarb das Haus Stechbahn 14, in dem er ein Geschäft mit Manufakturwaren, Herren- und Damenkonfektion eröffnete. Die Firma wurde nach seinem Tode von der Tochter Martha weitergeführt und im Jahr 1926 von seinem Schwiegersohn Max Nußbaum übernommen (siehe Nr. 114). Frau Sophie Schartenberg verzog im Januar 1937 nach Frankfurt

135.

Schiff, Selig, Handelsmann, * 28.05.1854 in Altenlotheim, Krs. Frankenberg/Eder,
+ 18.06.1935 in Korbach (S. v. Mannes Schiff und Sara Katzenstein).

1. oo 27.07.1880 in Altenlotheim mit Giedel Katz
aus Gilsa, Krs. Fritzlar
* 05.12.1850 in Gilsa (T. v. Heskel Katz und Sprinz Spier aus Gilsa).

Kinder:

1. David * 24.08.1881 in Altenlotheim

2. Sara * 02.02.1884 in Altenlotheim

3. Moses * 26.01.1886 in Altenlotheim

4. Willi * 01.06.1888 in Altenlotheim

5. Abraham * 25.08.1890 in Altenlotheim

6. Simon * 03.02.1893 in Altenlotheim

2. oo mit Bertha Hirsch,
* 05.08.1875 in Fraustadt/Posen,
wohnhaft in Korbach
Deportationsziel: ab Kassel - Chemnitz
07. September 1942, Theresienstadt, Ghetto
Todesdatum/-ort: 06. Mai 1944, Theresienstadt, Ghetto

Das Ehepaar Selig Schiff zog im Mai 1912von Vöhl nach hier, Hinter dem Kloster 3, zu. Er war Viehhändler und handelte auch mit Schuhwaren, der Schuhhandel wurde nach seinem Tode von seiner Witwe fortgeführt. Selig Schiff war von kleiner Gestalt, so nannte man ihn allgemein nur „Schiffchen“. Er wurde gemeinsam mit anderen Korbacher Originalen von Architekt. Dipl. Ing. Georg Spratte aus Korbach auf einem Relief verewigt, das den Eingang zur Parkrotunde auf dem Obermarkt ziert.

136.

Schild, Siegfried, Handelsmann, * 28.10.1890 in Eimelrod,
+ verschollen in Riga (S. v. Handelsmann Leopold Schild und Helene Eichholz aus Eimelrod).

1. oo 20.01.1920 in Eimelrod mit der Putzmacherin Lina Stern
aus Wetter/Krs. Marburg.
* 23.05.1895 in Wetter (T. v. Handelsmann Abraham Stern und Ricka Oppenheim aus Wetter),
Ehe seit 16.10.1933 geschieden.

Kinder:

1. Helmut * 03.05.1922 in Marburg/Lahn, im März 1935
nach USA emigriert.

2. Elfriede * 10.02.1924 in Usseln, im Dezember 1936
nach England emigriert.

3. Erwin * 21.06.1929 in Korbach, im Mai 1938
mit der Mutter nach USA emigriert.

2. oo 19.11.1940 in Kassel mit Jettchen Löwenstein,
* 25.11.1893 in Bastheim/Krs. Mellrichtstadt
(T. v. Metzger Abraham Löwenstein und Sara Weinstock aus Bastheim.)
wohnhaft in Korbach und Kassel
Deportationsziel: ab Kassel
09. Dezember 1941, Riga, Ghetto
01. Oktober 1944, Stutthof, Konzentrationslager

Die Eheleute Siegfried Schild und Lina geb. Stern zogen im November 1927 von Usseln nach Korbach, zunächst Blumenstr. 7, dann Ascher 4. Die Ehe wurde 1933 geschieden. Siegfried Schild verzog 1937 nach Eimelrod, später nach Kassel. Von dort wurde er im Dezember 1941 nach Riga deportiert und ist seitdem verschollen.
Frau Schild war eine sehr bekannte und beliebte Putzmacherin. Sie emigrierte mit ihrem jüngsten Sohn Erwin im Mai 1938 nach USA. Ihre Kinder Helmut und Elfriede waren bereits 1935 bzw. 1936 ausgewandert.


Links, zweites Haus: Jacob Schönthal, Textilwaren
Rechts, erstes Haus: Arthur Kohlhagen, Kolonialwaren

137.

Schönthal, Jacob, Kaufmann, * 14.12.1842 in Marienhagen,
+ 03.01.1908 in Korbach (S. v. Handelsmann Liebmann Schönthal und Johanna Mehrgeld
aus Marienhagen)

oo 22.08.1878 in Adorf mit Johanna Mosheim aus Adorf,
* 05.05.1855 in Adorf,
+ 22.03.1933 in Korbach (T. v. Kaufmann Eli Mosheim und Röschen Löwenstern aus Adorf).

Kinder:

1. Frieda * 21.10.1879 in Korbach
+ verschollen KZ Auschwitz
oo 18.02.1907 in Korbach mit Kaufmann Jacob Meyer
aus Neviges (siehe Nr. 93)

2. Albert * 25.05.1881 in Korbach
oo 1923 mit Lina Hoffmann

3. Meta * 20.09.1883 in Korbach
wohnhaft in Korbach und Kassel
Deportationsziel: ab Kassel - Halle
01. Juni 1942, Izbica / Sobibor
Todesdatum/-ort: 03. Juni 1942, Sobibor, Vernichtungslager

4. Erich * 17.02.1887 in Korbach
+ 04.03.1919 in Korbach

5. Max * 17.02.1887 in Korbach
+ 20.09.1972 in Berlin-Buckow

oo 17.01.1924 in Berlin-Kreuzberg mit
Taube Jungermann (siehe Nr. 138)

Jakob Schönthal wurde 1883 in Korbach ansässig (vermutlich aus Marienhagen zugezogen) und erwarb das Haus Stechbahn 20. Dort eröffnete er eine Einzelhandlung mit Manufaktur- und Lederwaren, die nach seinem Tod von seiner le3digen Tochter Metha bis 1938 weitergeführt wurde. Diese verkaufte 1938 das Haus und wohnte dann bei Lazarus in der Grabenstr. 2 und wurde im Mai 1942 deportiert. Das Haus Schönthal wurde nach dem 2. Weltkrieg abgerissen.

138.

Schönthal., Max, Kaufmann (aus Nr. 137) * 17.02.1887 in Korbach,
+ 20.09.1972 in Berlin-Buckow.

oo 17.01.1824 in Berlin-Kreuzberg mit der
Kontoristin Taube Jungermann,
* 16.01.1898 in Berlin (T. v. Kaufmann Meyer Leiser Taube und Alta Bladde aus Berlin)

Max Schönthal wohnte bei seiner Eheschließung im Jahr 1924 in Berlin-Neukölln. Sein letzter Wohnsitz war Berlin-Buckow. Bei seinem Ableben war er verwitwet. Das nachstehende Bild zeigt ihn mit Stadtrentmeister Karl Renner bei einem Besuch Korbachs Ostern 1955.

139.

Schönthal, Louis, Handelsmann, * 01.04.1895 in Marienhagen,
+ für tot erklärt (S. v. Handelsmann Moses Schönthal und Regine Katzenstein aus Marienhagen).

oo 18.10.1925 in Affoldern mit Rosa Löwenstern
( T. v. Handelsmann Elias Löwernstern und Goldine Goldschmidt aus Affoldern),

* 13.12.1902 in Affoldern
wohnhaft in Korbach, Herford und Marienhagen
Deportationsziel: ab Münster - Osnabrück - Bielefeld
13. Dezember 1941, Riga, Ghetto
Todesdatum/-ort: für tot erklärt

Kind:

Ilse * 25.11.1927 in Marienhagen
+ für tot erklärt

Die Familie war nur vom 6. – 23.11.1928 in der Arolser Landstraße gemeldet. Sie kam aus Marienhagen und kehrte dahin zurück. Mit * 24.11.1861 in Marienhagen

Die Familienangehörigen wurden deportiert und sind in einem KZ ums Leben gekommen und wurden für tot erklärt.

140.

Schönstädt, Hirsch, Handelsmann, * 29.07.1859 in Landau, (S. v. Schuhmacher und
Handelsmann Ruben Schönstädt und Bertha Wertheim aus Wolfhagen).

oo 23.08.1885 in Usseln mit Helene Feldheim
* 22.01.1854 in Berndorf (aus Nr. 11)

Die Eheleute lebten in Usseln und hatten dort ein Gemischtwarengeschäft.

Copyright © Marion Lilienthal

Technische Realisierung: Anne Kersting